Polterabend ja oder nein die Frage

Polterabend ja oder nein – Gründe für und gegen den Poltertag

Polterabend ja oder nein: Soll der Poltertag oder -abend gefeiert werden

Polterabend ja oder nein ist Ihre Frage? Für die Mehrheit aller Brautpaare gehört der Polterabend ganz selbstverständlich vor die Hochzeit, immerhin ist der Brauch alt und Bestandteil von festen Traditionen. Doch ganz so undenkbar ist es nicht, auf den Poltertag zu verzichten. Dafür entscheidet sich eine gar nicht so kleine Minderheit von künftigen Eheleuten. Wir haben die Pro- und Kontra-Argumente für Euch zusammengetragen.

Kontra Polterabend

Heute wollen wir einmal mit den Kontra-Argumenten anfangen, auf die Ihr vielleicht neugierig seid. Wer verzichtet denn freiwillig auf das Vergnügen des Polterns oder des JunggesellInnenabschieds? Das fragt Ihr Euch. Hier die Argumente der Polter-Gegner im Überblick

  • finanzielle Gründe,
  • terminlich schlecht zu organisieren,
  • gesundheitliche Probleme beim Vorbereiten, Räumen und Fegen,
  • keine Lust auf ungeladene und ungebetene Gäste sowie
  • keine Lust auf “Zwangspoltern”

und im Einzelnen: Wer auf einem Dorf wohnt und/oder einen grossen Freundes-, Bekannten-, Verwandten- und Kollegenkreis hat, muss in der Tat schlimmstenfalls mit einigen Hundert Poltergästen rechnen. Nun wird knapp gerechnet, denn immerhin steht ja auch noch die teure Hochzeit vor der Tür. Wer aber knapp kalkuliert, entschliesst sich in der Regel, sämtliche Vor- und Nachbereitungen in die eigene Hand zu nehmen. Das ist zeitlich und kräftemässig so fürchterlich anstrengend, dass es manche Brautleute einfach körperlich/gesundheitlich nicht schaffen. Unterstützer melden sich zwar gern, doch im Ernstfall helfen nur wenige enge Freunde mit. Allerdings stösst eine nicht durchgeführte Polterfeier bei manchen Personen aus dem Umfeld auf vollkommenes Unverständnis. Das sind in der Regel jene Grussnachbarn, mit denen man sonst nicht viel zu tun hat, die aber gern einmal einen trinken und etwas Radau mit zerschlagenem Geschirr machen würden. Diese wollen gern dem Paar einen Polterabend aufzwingen – was auf noch mehr Gegenwehr bei den Brautleuten stösst. Daher beschliessen einige von ihnen, den Polterabend konsequent ausfallen zu lassen.

Pro Polterabend

Natürlich gibt es noch viel mehr Argumente für den Polterabend, den Brautpaare schliesslich auch mehrheitlich durchführen. Hier sind sie:

  • Der JunggesellInnenabschied muss gefeiert werden, denn die Hochzeit ist der vielleicht tiefgreifendste Einschnitt im Leben.
  • Auf eine Hochzeit kann man bestimmte liebe Freunde, Kollegen und Nachbarn einfach nicht einladen – die Familie hat Vorrang.
  • Der Brauch des Polterns ist so fest verwurzelt, dass ohne Polterabend etwas fehlen würde.
  • Auch Aberglauben spielt eine Rolle: Nicht wenige Brautleute denken heimlich oder offen, dass sie ohne das zerschlagene Geschirr am Polterabend vielleicht Pech mit ihrer Ehe haben könnten.
  • Mit einer grossen Polterei erfahren alle Nachbarn, dass heuer geheiratet wird. Das ergänzt die Anzeige in der Zeitung, die ohnehin nicht jeder liest. Es gibt Historiker, die dem Polterabend genau diese sub-juristische Funktion zuschreiben.
  • Wer richtig feiern will, braucht einen Polterabend. Sich hemmungslos betrinken und eine Stripteasebar besuchen kann man(n) nur am Polterabend, auf der Hochzeit jedoch auf keinen Fall.
  • Wer von den vermeintlichen guten Freunden hilft wirklich bei den Poltervorbereitungen mit? Wer räumt anschliessend mit auf? Hier scheidet sich endlich mal die Spreu vom Weizen.
  • Poltern macht einfach Spass!

In der Tat ist Poltern in Mitteleuropa eine fest verwurzelte Tradition. Belege für den Brauch gibt es etwa ab dem 16. Jahrhundert, er könnte auch älter sein. „Scherben bringen Glück“ ist der grosse Aufhänger für das zerschlagene Porzellan, das schliesslich auch zum Begriff des “Polterns” führte. Kurz und gut: Wer kann und mag, der poltert!